Theaterpädagogik ist für jetzt&co. Vermittlung zum Publikum generell - sowohl bei der Vorbereitung und Entstehung von neuen Produktionen als auch im Umfeld der Vorstellungen - wobei ein besonderer Schwerpunkt beim Kinderpublikum und deren Partnern liegt.
Theater/Kunst für Heranwachsende hat auch die Verpflichtung, alle soziale Schichten anzusprechen und zu „bedienen”, d.h. dass die Schule und andere Bildungseinrichtungen ein prominenter Partner von jetzt&co. sind, da sie potentiell allen Kindern einen Zugang zu künstlerischen Angeboten ermöglicht.
Für jetzt&co. gehören eine umfassende Einführung in die Spezifität des jeweiligen Stückes, eine theaterpädagogische Begleitung bei Proben, vor und nach den Aufführungen und eine beratende Stimme für Lehrpersonen zum Prinzip.
jetzt&co. bietet dazu verschiedene theaterpädagogische Bausteine an, die jeweils dem Thema, der Spielweise, der Ästhetik, dem Publikum, dem Anlass entsprechend ausgewählt und angepasst werden.
A) Begleitmaterial für Lehrpersonen und Leitungspersonen verschiedener Gruppen
B) An-Spiele vor einer Aufführung
C) End-Spiele nach einer Aufführung
D) Probenbesuche
E) Gepräche mit Verantwortlichen aus der Produktion
F) Gestaltung des Foyers zur Einstimmung auf das Stück
G) Workshops mit thematischen Schwerpunkten
H) Götti-Klassen
I) Voraufführungen
J) Theaterprojekte mit Schulklassen
K) Newsletter für Lehrpersonen
A
Das Begleitmaterial soll Lehrpersonen und Leitungspersonen ermutigen, die thematischen Aspekte des Stückes nach dem Aufführungsbesuch erneut aufzugreifen und auf spielerische und anschauliche Art weiter zu vertiefen.
B
An-Spiele sind theaterpädagogische Einführungen zum Stück. Die Themen werden selbsttätig ‚be-handelt‘ und erschliessen Hintergrundswissen, das den Fokus schärft.
Es sollen Aspekte wie die Spezifität der Aufführung, deren Form, Inhalt und Ästhetik besprochen werden, sowie auch der direkte Bezug zum Publikum aufgezeigt und entwickelt werden.
C
End-Spiele sind theaterpädagogische ‚Abrundungen’ und/oder Gespräche im Bezug zum gesehenen Theaterstück.
Die Teilnehmenden erleben Hintergründe des Stückes und können so Erlebtes in einen neuen Kontext setzen.
D
Probenbesuche vermitteln den Teilnehmenden einen Blick hinter die Kulissen.
Dass Theater auch Arbeit bedeutet, wird sofort erkannt. Der Bezug zu den Schauspielenden, die noch ohne Scheinwerferlicht und Kostüme erlebbar sind, erzeugt eine direkte Auseinandersetzung mit dem Begriff „Theaterspielen” und wirkt äusserst motivierend für alle Beteiligten, sich bei einer „richtigen” Aufführung erneut zu begegnen.
E
Gespräche - sei’s mit SchauspielerInnen, mit Verantwortlichen aus Dramaturgie, Regie oder Theaterpädagogik laden ein, persönliche Hintergründe und Erlebniswelten der Betroffenen hautnah zu erfahren. Eigene Fragen platzieren zu können, dient dem ganzheitlichen Verständnis einer Sache.
F
Ein thematisch gestalteter „Foyer-Raum” hilft, sich bei der Ankunft im Theater sofort wohl und willkommen zu fühlen und sich unmittelbar vor der Aufführung bereits vertiefter auf das Stück einzustimmen. Zusätzlich Angebote, wo das Publikum selbsttätig aktiv werden darf, lassen das Stück mit allen Sinnen „be-greifen”.
G
Workshops mit thematischen Schwerpunkten können Projekthalbtage sein oder Doppelstunden, wo vertiefter in die Thematik des Stückes eingetaucht werden kann und wo Theaterpädagogik in ihrer Methodenvielfalt noch stärker greift.
H
Götti-Klassen
Zu jeder neuen Produktion begleitet eine Schulklasse deren Entstehung von der Stückentscheidung bis zur Premierenfeier.
I
Voraufführungen
geben neben den Probenbesuchen bei neu entstehenden Produktionen erste Erfahrungen zur Rezeption, die in die Endprobenphase einfliessen.
J
Theaterprojekte mit Schulklassen
zu stückspezifischen Themen, mit dem Ziel einer Aufführung, auch im Umfeld der jeweiligen Produktion.
K
Newsletter für Lehrpersonen
vermittelt zum einen wichtige Termine auf einem Blick, bietet Hinweise zu Sekundärliteratur, gibt Empfehlungen aus anderen Kunstsparten - dient zum anderen dem Aufbau eines Stammes von Kontaktlehrern und ermöglicht so den Kindern eine kontinuierliche Begegnung mit jetzt&co.
jetzt&co. bietet die einzelnen Bausteine in unterschiedlichster Kombination an.
So kann eine Klasse (eine Gruppe) z.B. einen Probenbesuch erleben - erhält in der Vorbereitung auf das Stück einen Workshop im eigenen Schulhaus - erfährt unmittelbar nach der Vorstellung in einem Gespräch mit Beteiligten der Produktion Details, die sonst verborgen blieben - einige Tage später greift die Lehrpersonen einige Aspekte aus dem Begleitmaterial mit der Klasse nochmals auf und rundet somit das Projekt „Theaterbesuch bei jetzt&co.” ganzheitlich und nachhaltig ab.
(Es können aber auch andere Kombinationen gewählt werden).
Das Konzept sieht vor, dass adäquat situative Veränderungen vorgenommen werden können, wo es Sinn macht und dem Theater-Erlebnis dient.
„Theater bietet stärker als der Film und weniger stark als die Literatur, kein Gesamtbild, sondern arbeitet mit Lücken, die durch die Phantasie des Zuschauers gefüllt werden müssen. Hier ist ein immenser Platz für den Einzelnen, seine Erfahrungen, Wahrnehmungen, Wünsche, Ängste ins Spiel zu bringen. Hier können ungewohnte, verrückte Zusammenhänge gestiftet, Zeichensystem entziffert, Weltentwürfe imaginativ erprobt und hier kann, wie es im traditionellen Theater immer war, gemeinsames Leid erfahren, Lust geteilt und natürlich auch Unbekanntes erfahren werden, auch - warum nicht - Tradition weitergegeben werden.” (Theater der Zeit, XYZ, 1/07, Ingrid Hentschel)