Kulturschaffende aus den Bereichen Theater, Musik, Bildende Kunst und Architektur haben im Sommer 2007 die Plattform jetzt&co. Theaterproduktion Zürich gegründet.

jetzt&co. setzt sich aus national und international erfolgreichen Kulturschaffenden zusammen, die über langjährige Erfahrung verfügen, sowohl was das Produzieren als auch das Zielpublikum betrifft. Ebenso ist der künstlerische Nachwuchs vertreten, der Gelegenheit haben soll, mittels jetzt&co. frei von den Zwängen der Produktionsmittelsuche künstlerisch tätig zu sein.
Junge Darstellende auf der Bühne haben eine altersmässige Nähe zum jungen Publikum. Im Austausch zwischen weniger und mehr Erfahrenen entstehen neue Spannungsfelder, Fragen und Suchbewegungen.

Der künstlerische Schaffensprozess bei jetzt&co. ist ein kollektiver, einschliesslich des Zuschauers als Mitschöpfer der Aufführung.
Diese Arbeitsweise jenseits der Hierarchien des Autoren- und Regietheaters verschafft dem Schauspieler einen Zugang zum kreativen Prozess.

Die Zuschauer können gleichberechtigt an diesem Prozess teilhaben - eine Form von Demokratie im Theater. Dies hat Folgen für die angestrebten künstlerischen Formen, einschliesslich der Spielweise. Der Theatervorgang wird durchschaubar und transparent gemacht, was die Grundvoraussetzung für einen souveränen, mitspielenden Zuschauer darstellt. Das Publikum wird nicht als Gesamtmasse angesehen, vielmehr als Individuum begriffen und angesprochen. Hierauf beziehen sich auch die den Produktionsprozess begleitenden und in ihm verankerten theaterpädagogischen Arbeitsweisen.

Die Arbeit bezieht sich immer darauf, hinter, zwischen und unter die Dinge zu schauen, um das blosszulegen und einsehbar zu machen, was im Alltag verborgen ist - bewusst tabuisiert oder unbewusst verdrängt.

Das Wort, der Text stellt eine wichtige Komponente in der Auseinandersetzung dar, aber nicht die zentrale - auch, weil manches unsagbar, nicht in Worten zu fassen ist.
Worte, Texte werden von Beginn an von vielen Seiten her hinterfragt, aufgeschlüsselt, decodiert und übersetzt - in die Sprachen der Musik, der Bilder, der Bewegung, was vielfältigere, individuelle Zugänge ermöglicht.
Diese Vorgehensweise erfordert, dass Spezialisten der verschiedenen Sprachen am Werk sind, die solche Prozesse aus ihrer Fachkenntnis heraus initiieren und anleiten können, damit ein Ganzes entsteht.

Ein Vorgehen im Künstlerkollektiv bindet die Partner der einzelnen Fachgebiete in einem ganz umfassenden Sinn an den Produktionsprozess, sowohl innerhalb der Vorbereitung als auch während der Proben. Indem niemand als Zulieferer, sondern alle als Mitgestalter eines gemeinsamen Werkes gefragt sind, entsteht ein hohes Mass an Verbundenheit mit der Produktion.
Diese Identifikation mit dem Produkt, über die Verbindung des Arbeitsprozesses, gibt den - zumeist  jungen und also weniger erfahrenen - SpielerInnen einen starken Rückhalt, eine Vertrautheit.
Ausserdem sorgt sie dafür, dass keine Produktion mit dem Premierendatum abgeschlossen ist. Der Prozess des Überprüfens, des Aufgreifens von Zuschauerreaktionen, der Verfeinerung der von den Schauspielern eingesetzten Mittel kann bis zur letzten Vorstellung anhalten.

Darüber hinaus steht für die Vermittlung der Inszenierung nicht nur eine verantwortliche Person ein. Ein Team von mit der Produktion eng Verbundenen übernimmt diese Aufgaben, tritt aus der Kenntnis des Gesamtanliegens aus seinem Spezialistentum heraus und jeder einzelne kann sich universeller einsetzen.

„Und Theater beansprucht immer noch den Charakter einer öffentlichen Zusammenkunft, was dort verhandelt wird, geht über den engen Horizont des einzelnen und seiner Erfahrung hinaus…. Theater ist geteilte Erfahrung.” (Theater der Zeit, XYZ, 1/07, Ingrid Hentschel)